Muster kodex für öffentliche unternehmen

Das vollständig dezentralisierte Modell, das in den meisten MENA-Volkswirtschaften angewandt wird, ist das international am wenigsten verbreitete Modell und wird nur in drei der untersuchten Länder (Argentinien, Kolumbien und Mexiko) verwendet. Fünf weitere Länder haben dezentrale Vereinbarungen mit einer koordinierenden Einheit, ähnlich dem in Marokko (Indien, Israel, Kasachstan, Lettland und Litauen) (OECD, 2018). Nichtfinanzielle öffentliche Unternehmen (NPE) stellen einen bedeutenden Aspekt der staatlichen Tätigkeit dar.8 Ihr Wachstum spiegelt eine Veränderung der Staatsphilosophie wider. Von den als begrenzt angesehenen Aufsichtsfunktionen wie Recht und Ordnung hat sich die Rolle des Staates neben seiner regulierungsrechtlichen Rolle auf Industrie-, Fertigungs- und Handelstätigkeiten ausgeweitet. Zu dieser Veränderung haben ideologische, gesellschaftspolitische und situale und praktische Faktoren beigetragen. Zu den ideologischen Faktoren gehört das Wachstum des sozialistischen Denkens und die damit implizierte Verlagerung der Produktion von privatem zu öffentlichem Eigentum. In den Entwicklungsländern ging dies mit der Prävalenz einer nationalen Stimmung einher, die einige private Unternehmen als Nachfolger ehemaliger Kolonialregierungen betrachtete. Das Misstrauen, das diese Länder diesen Unternehmen entgegengebracht hatten, führte zu einer stärkeren Beteiligung des Staates an der Produktionstätigkeit. Aus sozialer und politischer Sicht haben der Mangel an Kompetenzen im privaten Sektor9 und die Erkenntnis, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass dieser Sektor weder die erforderliche Beschäftigung schafft noch Möglichkeiten der allgemeinen und beruflichen Bildung bietet, zu einer größeren Beteiligung des Staates beigetragen. In einigen Ländern haben Interessen, die sich aus dem politischen und wirtschaftlichen Überleben ergeben, zu einer größeren Rolle der Staatsunternehmen beigetragen. Die Verstaatlichung ausländischer Privatunternehmen im Zuge der Unabhängigkeit gehört in diese Kategorie.

In zahlreichen anderen Fällen war es eine Kombination aus praktischen und situalen Faktoren, die zur Verbreitung des Staatseigentums beitrug. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Unternehmen für den Wiederaufbau der Wirtschaft und als Instrumente zur Bekämpfung von Rezessionen eingesetzt. Die für die Unternehmen vorgesehene antizyklische Rolle beruhte auf der Überzeugung, dass Maßnahmen über Marktmechanismen nicht ausreichend seien, da das “Pushing the string” seine Grenzen habe und dass eine aktivere und direktere Beteiligung an der Wirtschaft unerlässlich sei. Das zunehmende Entstehen kranker Industrien im privaten Sektor und der Wunsch, Produktion und Beschäftigung aufrechtzuerhalten, haben Regierungen oft gezwungen, Unternehmen zu erwerben.